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Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig.

SPEZIELLE SCHMERZPSYCHOTHERAPIE

Die Effektivität der „Speziellen Schmerzpsychotherapie“ (frühere Bezeichnung: „psychologische Schmerztherapie“) ist durch wissenschaftliche Untersuchungen gut belegt.

Optimal ist es, wenn ein interdisziplinärer Ansatz in der Schmerztherapie verfolgt wird, d.h. wenn Ärzte mit der Weiterbildung „Spezielle Schmerztherapie“, Psychologische Psychotherapeuten mit der Fort- bzw. Weiterbildung „Spezielle Schmerzpsychotherapie“ und Physiotherapeuten Hand in Hand mit den von chronischem Schmerz betroffenen Patienten zusammenarbeiten. Falls erforderlich, können auch weitere Berufsgruppen hinzugezogen werden, die ebenfalls einen wesentlichen Beitrag in der Schmerztherapie leisten, wie z.B. Sozialpädagogen bzw. -arbeiter, Ergotherapeuten oder Ernährungsberater.

Im ambulanten Bereich ist die Vernetzung der genannten Professionen noch längst nicht flächendeckend verfügbar, so dass in den meisten Fällen eine stationäre Schmerztherapie ideal ist. Dort wird die ganzheitliche Schmerztherapie im Regelfall verwirklicht (erkundigen Sie sich vorher!).

Die ganzheitliche „interdisziplinäre, multimodale Schmerztherapie“ ist rein medikamentösen Therapien überlegen. So konnte die Überlegenheit etwa bei der Schmerzreduktion, dem Gebrauch von Analgetika, der Inanspruchnahme medizinischer Versorgungsleistungen, dem Abbau des Ausmaßes der Behinderung und der Rückkehr an den Arbeitsplatz nachgewiesen werden (Basler & Kröner-Herwig, 1998, Morley et al. 1999).

Leider erhalten nur 2,1% aller Schmerzpatienten eine spezielle Schmerzpsychotherapie, wie eine Befragung von Willweber-Strumpf, Zenz & Bartz (2000) ergab. Diese Defizite in der schmerzpsychotherapeutischen Versorgung stellen in Anbetracht der Notwendigkeit und Effektivität dieser Behandlungsansätze einen für die betroffenen Patienten unerträglichen Zustand dar. In ganz Deutschland gibt es nur 183 „Spezielle Schmerzpsychotherapeuten“ (Stand: März 2007) und das bei 6 - 7 Millionen Menschen, die wegen chronischer Schmerzen eine entsprechende Therapie benötigen!

Die Spezielle Schmerzpsychotherapie bedient sich insbesondere kognitiv-verhaltenstherapeutischer Ansätze, die sich als erfolgreich in der Behandlung chronischer Schmerzen erwiesen haben (Kröner-Herwig & Hoefert, 1999, Flor u. Herrmann 2003). Dies gilt insbesondere auch für Schmerzen mit einem hohen Chronifizierungsgrad.

Angewendet werden typische kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen:

·Erfassung und ggf. Veränderung schmerz - und stress fördernder Bedingungen,

·kognitive Umstrukturierung von beispielsweise katastrophisierenden und hilflosen Gedanken,

·Veränderung inadäquater Schmerzkommunikation und Interaktion (z.B. exzessives Jammern und Klagen),

·Abbau angstmotivierter Vermeidung,

·Aufbau von angemessenen körperlichen und sozialen Aktivitäten,

·Förderung der Genussfähigkeit,

·Erlernen von Entspannungstechniken sowie

·Biofeedback.

Ziele der Speziellen Schmerzpsychotherapie sind

·die Verbesserung der Selbstkontrollfähigkeiten und Problemlösekompetenzen der Patienten,

·die Veränderung von negativen Gedanken und Gefühlen,

·die Veränderung von Verhaltens-Strategien, damit Patienten ihre Schmerzen besser ertragen können und damit

·eine Verbesserung des Wohlbefindens und

·eine Verringerung der erlebten Behinderung trotz (Rest-)Schmerz.

Die Psyche beeinflusst direkt das Zustandekommen des Schmerzerlebens (z.B. bei Ärger oder Stress), daher führt eine spezielle Schmerzpsychotherapie auch direkt zu einer Beeinflussung des Schmerzes selbst.

In der theoretischen und praktischen Fort-/Weiterbildung der Speziellen Schmerzpsychotherapie für Psychologische Psychotherapeuten und Mediziner mit vergleichbarer Facharztweiterbildung werden zum einen Kenntnisse über die bio-psycho-sozialen Grundlagen des Schmerzes vermittelt. Dies schließt somatische und psychische Vorgänge der Nozizeption, der Schmerzinformationsverarbeitung, der Chronifizierungsmechanismen sowie der Pharmakotherapie mit ein.

Zusätzlich werden Kompetenzen in der schmerzpsychotherapeutischen Anamnese, Diagnostik und Therapie erworben. Und schließlich werden vertiefte Kenntnisse in Bezug auf die verschiedenen chronischen Schmerzsyndrome und ihre Behandlung vermittelt.

Weiter Informationen erhalten Sie unter www.schmerzpsychotherapie.net und www.dgpsf.de.

Hier noch eine sehr gute psychologische Literaturempfehlung: Schmerzen überwinden (einfach anklicken)

Weitere schmerzpsychologische Themen:

Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen . Lesen Sie dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden.
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen
.
Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf, in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden.
Hier gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel). Mittlerweile gibt es diesbezüglich zwei weitere Urteile, so vom Landessozialgericht Hamburg: http://www.schmerz.com/schmerze n/sozialgericht2 und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in nur 23 (!!) Tagen: www.schmerz.com/schmerze n/sozialgericht3. param=st

Sie wollen mit einem erfahrenen Schmerzarzt sprechen? Kein Problem, einfach jeweils an einemMittwoch zwischen 13.00 und 14 Uhr oder Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr die Tel.-Nr. 07931-5450 anwählen (keine extra Gebühren).

Sie sind dialysepflichtig? Kein Problem - wir arbeiten gut und gerne mit einem nahegelegenen Dialyse-Zentrum zusammen: www.nephroteam.de

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Aktualisiert: >30.08.2008</> kusb&
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